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Müller-Hahl, Bernhard (1918-1985), Politiker

Bernhard Müller-Hahl (* 31. März 1918 in Erpfting; † 17. März 1985 in Kaufering) war ein deutscher Politiker (CSU).
Müller-Hahl besuchte die Volks- und Oberschule in Landsberg am Lech und stieg 1936 in den Staatsdienst ein, für den er in den Landratsämtern in Weilheim, Donauwörth und Bad Aibling tätig war. 1939 legte er die Prüfung für den gehobenen Staatsverwaltungsdienst ab, wenig später wurde er in den Kriegsdienst eingezogen, unter anderem bei der Gebirgsdivision sowie als Batallionsführer. Er wurde dabei fünfmal verwundet, erhielt aber auch höchste Auszeichnungen. 1945 war er Gründungsmitglied der CSU und der Jungen Union in Landsberg am Lech. Er war in der Funktion des Gemeindereferenten beim Landratsamt am Wiederaufbau beteiligt, ferner gehörte er einigen Vorständen von Sport- und Kulturvereinen an. 1952 zog er in den Kreistag und den Kreisausschuss ein.1958 wurde er zum Landrat des Landkreises Landsberg am Lech gewählt und 1964 im Amt bestätigt. 1966 wurde er im Stimmkreis Landsberg-Stadt und -Land direkt in den Bayerischen Landtag gewählt, dem er eine Wahlperiode lang bis 1970 angehörte.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Müller-Hahl (02.10.2013)

Schleibner, Kaspar (1863-1931), Maler

Kaspar Schleibner (* 23. Februar 1863 in Hallstadt; † 27. Januar 1931 in München) war ein deutscher Kirchenmaler. Er lebte lange Zeit in Kottgeisering.
Kaspar Schleibner, Sohn eines Schuhmachermeisters, erlernte ab 1875 das Handwerk der Dekorationsmalerei, bei M. Müller in Bamberg. Nebenbei nahm er Zeichenunterricht an der dortigen Realschule und gewann einen ausgeschriebenen Preis. 1880 übersiedelte er nach München wurde Gehilfe an der städtischen Fachzeichenschule und strebte den Eintritt in die Kunstakademie an. Hier trat Schleibner 1882 ein und war Schüler von Johann Caspar Herterich, Wilhelm Lindenschmit und Gabriel von Hackl. 1895 und 1904 hielt sich der Maler zu Studienzwecken in Rom auf, wo der Deutsch-Italiener Ludwig Seitz (1844–1908), Direktor der Vatikanischen Gemäldegalerie (heute Vatikanische Pinakothek), künstlerischen Einfluss auf ihn gewann. Schließlich wurde ihm der Titel eines Professors der Kunst verliehen.
Schleibner entwickelte sich zu einem renommierten und gefragten Kirchenmaler, der sich überwiegend am Stil der späten Nazarener orientierte. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Altarbilder der zwei hinteren Seitenaltäre der Wallfahrtskirche zum heiligen Rasso in Grafrath. Das erste der um 1901/02 entstandenen Werke zeigt den heiligen Franziskus im Kreis seiner geistlichen Söhne und Töchter, das zweite den heiligen Antonius mit dem Jesuskind.
1915 schuf der Künstler das Gemälde einer „Bayerischen Feldmesse“, welches im Ersten Weltkrieg – hauptsächlich als Kommunionandenken – weit verbreitet und vervielfältigt wurde. In der Basilika St. Anna (Altötting) hat er ein öfter im Druck reproduziertes Bild, mit Darstellung der 14 Nothelfer, für deren Altar gemalt. Im Jahr 1901 restaurierte Kaspar Schleibner die Ausmalung der berühmten, mittelalterlichen Holzkapelle St. Anna in Oberstdorf . Im Geburtsort Hallstadt erinnert die Kaspar-Schleibner-Straße an den Maler.
Werke (Auswahl)
• 1895: Altarbild „Rosenkranzkönigin“ der Pfarrkirche St. Kilian in Hallstadt
• 1901/02: Zwei Altarbilder der Wallfahrtskirche St. Rasso in Grafrath
• 1905: Deckengemälde in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Flotzheim
• 1915: Deckengemälde in der Pfarrkirche St. Pankratius und Dorothea in Rißtisssen
• 1925: Kreuzwegstationen in der Pfarrkirche St. Canisius in Großhadern
• 1929: Deckengemälde in der Pfarrkirche St. Martin in Eggolsheim
• Ausmalung der Pfarrkirche St. Stefan in Sonneberg
• Deckenbild in der Pfarrkirche St. Arbogast in Haslach im Kinzigtal
• Altarblatt „14 Nothelfer“ in der St. Anna Basilika, Altötting
Literatur
• Richard Hoffmann: „Kaspar Schleibner – zum 50. Geburtstag des Künstlers“, in Die christliche Kunst, Monatszeitschrift der Gesellschaft für Christliche Kunst, München, 9. JG 1912/13, S 145–167 mit zahlreichen Abbildungen
• Carl Casper: „München leuchtete“, Perstel Verlag, München, 1984; Scan der Stelle über Kaspar Schleibner
nach Wikipedia.

Schlögl, Vicelin (1743-1811), Kleriker, Wissenschaftler, Schriftsteller und Musiker

Vicelin Schlögl, geb. am 10. Juni 1743 in Hofhegnenberg , gest. am 12. Februar 1811, in Augsburg. Er war ein wissenschaftlich-künstlerisches Multitalent: der regulierte Chorherr, Professor der Germanistik, Mathematik und Physik, Schriftsteller und Musiker
Er ist als Anton Schlögl geboren, seine Eltern waren die Bäckerseheleute Leonhard und Katharina Schlögl, ihr Anwesen befand sich in unmittelbarer Nachbarschaft des imposanten Hofmarkschlosses Hofhegnenberg. Sein Onkel war Chorherr im Augustiner-Chorherrenstift Polling bei Weilheim.
Die verwandtschaftliche Beziehung war wohl auch der Grund dafür, dass Anton in der Klosterschule Polling ausgebildet wurde. Anschließend trat er in Chorherrenstift Polling ein und nahm den Ordensnamen „Vicelinus“ an, genannt wurde er jedoch nur „Vicelin“. Bereits 1767 – also im Alter von 24 Jahren – wurde er „Professor der Dicht- und Redekunst“. Bis 1773 lehrte er als Germanist und anschließend bis 1776 als Professor der Mathematik in der höheren Schule, dem Studienseminar Polling.
Schlögl hatte das Glück in der Regierungszeit von Franz Töpsl, eines aufgeklärten, allen Wissenschaften aufgeschlossenen Ordensleiters, in den Augustiner-Chorherrnstift Polling einzutreten. Töpsl war von 1744 bis 1796 Propst dieses Klosters. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der katholischen Aufklärung in Bayern. Unter seiner Leitung prosperierte das Chorherrenstift Polling, es wurde zu einem Zentrum der Wissenschaft. Von 1776 bis 1779 wurde der Pollinger Bibliotheksaal errichtet, dessen Bücherbestand bis zur Säkularisation auf ungefähr 80.000 Bände anwuchs und damit galt sie als größte Bibliothek Bayerns. Auf Töpsl‘s Initiative wurde auch eine Sternwarte sowie ein Naturalien- und Mineralienkabinett errichtet: auch die Bayerische Akademie der Wissenschaften in München erfuhr durch ihn entscheidende Hilfe bei ihrer Gründung. Der junge Schlögl wurde von Töpsl in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gefördert.
Besondere Beachtung fand in Polling die Pflege der Musik. Bereits bei der Sichtung von möglichen Bewerbern für ein Noviziat schenkte man der musi¬kalischen Begabung des Jungen gesteigerte Aufmerksamkeit. In der höheren Schule, dem Studien¬seminar – heute würden wir es Gymnasium nennen – erhielten begabte Musiker Unterricht von speziell angestellten weltlichen Musikleh¬rern. Von dem Chorherrn und Lehrer Vicelin Schlögl ist überliefert, dass er das Cello virtuos beherrschte. Andere Mönche leiteten als Chorregenten den oftmals gerühmten Chor der Seminarschüler.
Schlögl war auch als Komponist tätig. Von ihm stammt das Singspiel: „Das Urteil des Paris…“ von 1775. Außerdem verfasste er mathematische Lehrbücher („Theses mathematicae, cu positionibus ex Logica” Polling, 1772 und „Prima elementa analyseos infinitorum” Ingolstadt, 1783). Damit nicht genug: Er schrieb auch einige Theaterstücke, allerdings anonym.
1772 wechselte Schlögl vom Chorherrnstift Polling zur ersten Universität Bayerns nach Ingolstadt, wo er promovierte. Er war 1773 einer der ersten nachweisbaren Doktoranden an der damals noch jungen philosophischen Fakultät der nach dem Verbot des Jesuitenordens neu strukturierten Ingolstädter Universität. Von 1776 bis 1781 lehrte er in Ingolstadt anfangs als „Professor der Grammatik“, dann der „Dicht- und Redekunst“, wie auch der „Aesthetik“. 1782 lehrte er als ordentlicher Professor der philosophischen Fakultät der Universität Ingolstadt Physik und Ökonomie. Von 1781 bis 1782 war er wieder Professor der „Dicht- und Redekunst“ in Polling und bis 1791 ordentlicher Professor der Mathematik zu Ingolstadt. Zwischendurch war er von 1780 bis 84 auch Pfarrer der zum Kloster Polling gehörigen Pfarrei Spatzenhausen.
1791 gab es einen Bruch in seiner Karriere, er wurde „nach geendigtem Schuljahr 1791 dieser Stelle durch ein gnädigstes Dekret, ohne Angabe einer Ursache, von München, entlassen“. Das „gnädigste Dekret“ kam vom kurfürstlichen Hof in München, was der Anlass für die Entlassung war, ist nicht bekannt. Möglicherweise hat diese mit dem Verbot des Illuminatenordens durch Kurfürst Karl-Theodor zu tun. Die philosophische Fakultät war die Keimzelle dieses aufklärerischen Geheimbundes, dem damals zahlreiche Intellektuelle, z. B. Goethe, Herder und Knigge, angehörten.
Danach lehrte Schlögl wieder Mathematik im Studienseminar Polling. Zugleich war er Aufseher der Sternwarte in Polling. Letzteres kam nicht von ungefähr. Sein jüngerer Bruder Guarinus (oder Quarinus) regulierter Chorherr im Kloster Rottenbuch in Oberbayern, war mehrere Jahre „Observator“ an dem 1781 gegründeten meteorologischen Observatorium auf dem Hohenpeissenberg. Zudem war er auch Professor der Physik in seinem Kloster.
Vicelin Schlögl übernahm 1802 nun wieder die Pfarrei Spatzenhausen, dort blieb er bis Ende September 1810. Seine letzten Monate war er noch Stadtpfarrer von St. Ulrich und Afra in Augsburg. Am 12. Februar starb Schlögl an „Schlagfluß“ (Schlaganfall) im Alter von 68 Jahren. In seinem Sterbeeintrag steht: „War ein edler guter Mann und nicht gar ein Vierteljahr hier, war ehem. im Kloster Bolling can. Regulary und Pfarrer in Spatzenhausen“.
Weitere Informationen siehe unter: http://bmlo.de/s0511

Sedlmayr, Philipp (1760-1808), Sänger

Sohn eines Bauern in Althegnenberg, geb. 1760, wurde von seinem Vetter, dem damaligen Prälaten der Abtei Steingaden daselbst erzogen und legte dort den Grund zu guten musikalischer Bildung. Nachdem er das Gymnasium und Lyzeum in München durchgemacht hatte, vollendete er unter Leitung des berühmten Sängers Valesi (Walleshauser aus Hattenhofen) seine Ausbildung im Baßgesänge, worauf er 1786 durch Carl Theodor zum kurfürstlichen Hofsänger in München ernannt wurde. Neben seinen ausgezeichneten Leistungen als Sänger wird auch seiner guten Begabung als Schauspieler im komischen Fache erwähnt. Er starb am 20. Febr. 1808 in München.
Weitere Informationen siehe unter: http://bmlo.de/s1211

Stangl, Innozenz (1911-1991), Turner

Innozenz Stangl (* 11. März 1911 in Jesenwang; † 23. März 1991 Jesenwang) war ein deutscher Turner.
Stangl war das elfte Kind einer armen Gütler-Familie. Nachdem er in seiner Jugend bei Turnfesten bereits einige Erfolge erreichen konnte, nahm er mehrere Berufe an, die seine Turnerkarriere unterstützten. Im Jahr 1936 wechselte Stangl zum TSV 1860 München, ehe er bei den Olympischen Spielen in Berlin an den Start ging. Dort nahm er an sieben Einzelentscheidungen im Turnen teil, verpasste jedoch immer eine Medaille. Erst im Team konnte er gemeinsam mit sieben weiteren Mannschaftsmitgliedern die Goldmedaille vor dem Schweizer und dem finnischen Team gewinnen.
In den folgenden Jahren wurde Stangl Sportlehrer in Danzig und in München, bevor er im Krieg als Funker diente und 1945 in Kriegsgefangenschaft geriet. Nach seiner Flucht aus der Tschechoslowakei arbeitete er zunächst als Vertreter und Hilfsarbeiter in der Textilbranche, dann gelang ihm noch ein deutscher Meistertitel im Jahr 1947 im Fünfkampf. Die folgenden Jahre verbrachte Stangl erneut als Lehrer an mehreren Schulen, dann wurde er 1969 wegen eines gebrochenen Halswirbels vorzeitig pensioniert. Seine letzten Jahre lebte Stangl in einem Altersheim seines Heimatortes Jesenwang.
Der von Stangl erfundene Salto aus der Riesenfelge wurde nach ihm Stangl-Salto genannt, ebenso trägt eine Straße in Jesenwang seinen Namen. Im Innozenz-Stangl-Weg ist heute der Sitz seines ersten Vereines, des TSV Jesenwang.
http://de.wikipedia.org/wiki/Innozenz_Stangl (02.10.2013)

Struve, Richard (1904-1973), Pfarrer und Autor

Richard Struve ist 1904 in Neustadt/Holstein geboren, war von 1968 bis 1973 Pfarrer in Grunertshofen. 1935 floh er vor den Nationalsozialisten nach Kolumbien, dort war er u.a. Dozent für Kirchenrecht am Priesterseminar von Bogota und Privatsekretär des Erzbischofs. 1942 verfasste er eine Hölderlin Biographie (Hölderlin: Tribut einer Ehrfurcht), 1968 kam er nach Deutschland zurück. In Grunersthofen verfasste er zahlreiche Beiträge zur Ortsgeschichte von Grunertshofen. Dort ist er am 27.3.1973 gestorben.

Unertl, Auguste (1864-1941), Schriftstellerin und Mäzenatin

Auguste Unertl (* 12. Juli 1864 in Mering, Bezirksamt Friedberg, Oberbayern; † 1941 in Waldkirchen, Landkreis Wolfstein, Niederbayern) war eine deutsche Schriftstellerin und Mäzenatin.

Unertl entstammte einer wohlhabenden Fabrikantenfamilie aus Mering bei Augsburg und war hochgebildet und einflussreich. Sie war mit einem Magistratssekretär in Waldkirchen verheiratet. In ihrer Waldkirchener Villa unterhielt sie einen literarischen Salon.
Im Jahr 1896 lernte sie die spätere Volksdichterin Emerenz Meier kennen, wurde ihr eine mütterliche Freundin und Mäzenatin, vermittelte ihr Verbindungen zu Zeitungs- und Zeitschriften-Redaktionen. 1899 verhalf sie Meier zu Audienzen bei Therese von Bayern und Ludwig Ferdinand von Bayern in München, doch die Hoffnung auf ein Stipendium wurde nicht erfüllt. Meier blieb auch noch nach ihrer Auswanderung in die USA (1906) mit Unertl befreundet und korrespondierte aus Chicago bis zu ihrem Tod (1928) in 56 (überlieferten) Briefen regelmäßig mit ihr. Meiers literarischer Nachlass ging an Unertl nach Waldkirchen und wurde dort vom Heimatdichter Max Peinkofer aufgearbeitet.
Außerdem war Unertl mit den Schriftstellern Hans Carossa und Jules Siber befreundet. Man sagt ihr eine Verlobung mit dem schwedischen Maler Anders Zorn nach.
Werke (Auswahl)
• Chronik von Waldkirchen, Verlag Bauer, Waldkirchen 1902
• Emerenz Meier. Die Dichterin des Bayerwaldes, in: HG Nr.14 vom 14. Juni 1929

Valesi, Giovanni (Johann Walleshauser) (1735-1816), Opernsänger

Johann Evangelist Walleshauser (* 28. April 1735 in Hattenhofen; † 10. Januar 1816 in München; auch Wallishauser, Wellesberger, Künstlername „Giovanni Valesi“, mit verschiedenen Schreibweisen, wie Walesi oder Vallesi) war ein Opernsänger (Tenor).
Der Sohn des Mesners Melchior Walleshauser war schon als Knabe sehr musikalisch. Der damalige Pfarrherr von Günzlhofen, Max Graf von Valvasoni, erkannte das Talent und ließ ihn bei Placidus von Camerloher in Freising in Musik und Gesang ausbilden. Ab 1754 war er im Dienst des Fürstbischofs in Freising. 1755 sang Walleshauser in Amsterdam, Lüttich, Brüssel und Nancy. 1756 wurde er Kurfürstlich Bayerischer Hof- und Kammersänger und debütierte 1757 als Opernsänger in München. 1757 setzte er seine Ausbildung mit Unterstützung des bayerischen Kurfürsten in Italien fort und trat in den folgenden fünf Jahren erfolgreich an zahlreichen italienischen Opernbühnen auf und war auch als Gesangspädagoge tätig. Von Venedig kehrte er 1776 als „Giovanni Valesi“ nach München zurück, gastierte 1777 in Prag, Dresden, Weimar und Berlin und übernahm 1781 in der Münchner Uraufführung von Mozarts Idomeneo die Partie des Gran Sacerdote. 1798 gab er in München seinen Abschied von der Bühne und wirkte seitdem als Gesangspädagoge. Zu seinen Schülern zählte unter anderen der Opernkomponist Carl Maria von Weber und der Opernsänger Valentin Adamberger.
http://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Valesi (01.10.2013) Weitere Informationen siehe unter: http://bmlo.de/w0133

von Hegnenberg-Dux Friedrich (1810-1872), Politiker

Friedrich Adam Johann Justus Graf von Hegnenberg-Dux (* 2. September 1810 in Hofhegnenberg bei Fürstenfeldbruck; † 2. Juni 1872 in München) war ein bayerischer Gutsbesitzer und Politiker aus dem bayerischen Hochadel.
Biographie und wirtschaftliche Aktivitäten
Friedrich von Hegnenberg-Dux, der einer illegitimen Linie des bayerischen Herrscherhauses entstammte (Georg von Hegnenberg, genannt Dux [=Herzog], * um 1509, † 1589, war ein unehelicher Sohn des Herzogs Wilhelm IV. von Bayern und der Margarete Hausner von Stettberg), studierte an der Universität Würzburg Jura und Medizin. Nach dem Tod seines Vaters Georg Maximilian Joseph von Hegnenberg-Dux übernahm er 1835 die Hofmark Hegnenberg mit den dazugehörigen Wirtschaftsbetrieben.
Im Jahre 1869 gehörte von Hegnenberg-Dux zum Gründerkreis der Bayerischen Vereinsbank. Von 1869 bis 1871 wurde die Bank durch den Verwaltungsrat aus dem Gründerkreis geleitet. In dieser Zeit fungierte er als Präsident des Verwaltungsrats.
Politische Aktivitäten
Als Mitglied der liberalen Partei wurde er als ein Vertreter der adeligen Gutsbesitzer 1845 in die Kammer der Abgeordneten des Bayerischen Landtages gewählt und hatte von 1847 an die Stelle des Zweiten Präsidenten der Kammer inne. Nach einem Intermezzo als Mitglied von Frankfurter Vorparlament und Nationalversammlung blieb er bis zu seinem Rücktritt am 27. März 1865 Erster Präsident der Zweiten Kammer. Neben Gustav Freiherr von Lerchenfeld gehörte er zu den liberalen Führern des Landtages, die wesentlich zum Sturz des Ministeriums Pfordten/Reigersberg 1859 beitrugen. Bereits im Ruhestand, wurde er am 21. August 1871 vom König als Mann des Ausgleichs zum Staatsminister des Äußeren und Vorsitzenden im Ministerrat berufen.
Der Historiker Doeberl bezeichnete ihn als einen „der feinsten politischen Köpfe, die Bayern im vergangenen Jahrhundert besessen hat, von ruhiger Sachlichkeit und klarer Gedankenführung, reich an Sarkasmus und treffendem Witz“. Er starb, nach nicht einmal einem Jahr im Amt, am 2. Juni 1872.
http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_von_Hegnenberg-Dux (02.10.2013)

von Hegnenberg-Dux, Georg (1509-1589), Ritter

Georg von Hegnenberg (* um 1509; † 1589 oder 1596 in Ingolstadt) war ein deutscher Ritter. Er ist der Stammvater des bayerischen Adelsgeschlechts Hegnenberg-Dux, das 1654 in den Freiherrenstand erhoben wurde und 1902 im Mannesstamm erlosch.
Georg ist als nichtehelicher Sohn des bayerischen Herzogs Wilhelm IV. und Margarethe Hausner von Stettberg ca. 1509 (nach anderen Quellen 1511) geboren. Georg kam als Page an den Hof Kaiser Karl V. und wuchs in unmittelbarer Umgebung des Kaisers auf. Schon bei der Schlacht bei Pavia (1525) bewies der 15-jährige „feurige Jüngling Georg“ seinen Mut, erkannte König Franz I. von Frankreich an seinem Armband und half bei dessen Gefangennahme mit. Zur Erinnerung an die siegreiche Schlacht von Pavia durfte Georg nun ein Wappen führen, auf dem sowohl der mit einem Fürstenhut bekrönte Löwenrumpf als auch vier Boubonenlilien an seine militärische Bewährungsprobe erinnern sollen. Er nannte sich nun Ritter Georg Dux (Dux verweist auf seine herzogliche Abstammung).
1535 startete Kaiser Karl V. mit 30.000 Mann zu einem Feldzug nach Afrika, um die Festung Goletta (La Goulette) und die Stadt Tunis zurückzuerobern. Dabei geriet der Kaiser in einen Hinterhalt, aus dem ihn Georg befreite und ihm damit das Leben rettete. Durch den gezeigten Mut nahm Karl V. den Ritter in den neu gegründeten „Ritterorden des burgundischen Kreuzes“ auf. Er durfte seinem Wappen das Burgundische Kreuz mit der Umschrift „BARBARIA“ hinzufügen, weil im siegreichen afrikanischen Feldzug 20.000 christliche Sklaven aus den Händen des osmanischen Paschas Khair ad-Din Barbarossa (der Statthalter von Sultan Süleyman I. den Prächtigen) befreit worden waren.
Vor Beginn des vierten Krieges, den Karl V. gegen Franz I. von Frankreich führte, bat Georg von Hegnenberg-Dux um die Entlassung aus kaiserlichen Diensten. Nach Bayern zurückgekehrt, verlobte sich Georg 1542 mit der Hofdame Wandula von Paulsdorf. Die Hochzeit fand zwei Jahre später im Beisein des Bayernherzogs statt. 1542 belehnte Herzog Wilhelm IV. seinen nichtehelichen Sohn Georg mit dem Schloss und der Hofmark Hegnenberg bei der heutigen Gemeinde Althegnenberg. Dieser nannte sich nun nach diesem Besitz Georg von Hegnenberg, genannt Dux. Seine Nachkommen führten die Namen von Hegnenberg, genannt Dux oder von Hegnenberg-Dux.
Als der Kaiser 1546 gegen den Schmalkaldischen Bund in den Krieg zog ernannte der Kaiser fünf Heerführer, einer davon war Georg von Hegnenberg-Dux. Bei der siegreichen Schlacht bei Mühlberg an der Elbe (1547) kommandierte der Hegnenberger ein Regiment. Im gleichen Jahr ernannte der Bayernherzog den kaiserlichen Kriegsoberst Georg von Hegnenberg-Dux zum Statthalter der am besten ausgebauten Festung Ingolstadt. Damit hatte dieser die „vorzüglichste Militär- und Ehrenstelle in Bayern“ inne. Später war er auch Pfleger in Abensberg. Als Altersruhesitz erwarb er das Schloss Dolling bei Ingolstadt.
1554 bekam Georg von Hegnenberg-Dux die Auszeichnung sich nun „Goldritter“ nennen zu dürfen, als offizielle Anerkennung in einer kaiserlichen Urkunde bestätigt und am 26. September 1562 von Kaiser Ferdinand I. einen Wappenbrief.
1557 konnte Georg das neugebaute Renaissance-Schloss in Hofhegnenberg fertigstellen und beziehen. 1575 bestätigte ihn der neue Bayernherzog Albrecht V. – sein Stiefbruder – nicht nur als Statthalter von Ingolstadt, sondern belehnte ihn auch für seine männlichen Nachkommen für immer mit der Hofmark Hofhegnenberg.
Ritter Georg von Hegnenberg-Dux ist 1589 (nach anderen Quellen 1596) in der Festung Ingolstadt gestorben. Er wurde in der St. Anna-Kapelle im Franziskanerkloster in München beigesetzt. Als 1802/03 das Franziskanerkloster im Zuge der Säkularisation abgebrochen wurde, verbrachte man das wertvolle Grabdenkmal in die Schlosskapelle Hofhegnenberg (an der Stelle des ehemaligen Franziskanerklosters befindet sich heute der Max-Joseph-Platz und das Nationaltheater).
Epitaph
Die künstlerisch hochwertige Rotmarmor-Freifigur zeigt Georg von Hegnenberg-Dux mit dem zweigeteilten langen, über den Gürtel reichenden Bart, den Insignien eines „Goldritters“, seinem Wappen und in voller Rüstung. Einer seiner Nachfahren war der bayerische Staatsminister des Äußeren und Vorsitzender im Ministerrat Friedrich von Hegnenberg-Dux.

von Lori, Johann Georg (1723-1787), Jurist und Historiker

Johann Georg von Lori (* 17. Juli 1723 in Steingaden; † 23. März 1787 in Neuburg an der Donau) war ein hoher bayerischer Beamter, Jurist und Historiker.
Leben
Der Wirtssohn Lori wurde in Gründl bei Steingaden geboren. In Steingaden ging er zur Elementarschule, bevor er an das Jesuiten-Gymnasium in Augsburg wechselte. Ab 1740 nahm er das Studium der Rechtswissenschaften in Dillingen und ab 1744 in Würzburg auf. Der wohlhabende Augsburger Patrizier und spätere Bürgermeister Jakob Wilhelm Benedikt von Langenmantel war einer der finanziellen Förderer seiner Ausbildung. In Würzburg wurde Lori geprägt durch die neuen Ansichten des Zeitalters der Aufklärung. 1748 schrieb er eine Doktorarbeit in Ingolstadt bei Johann Georg Weishaupt. 1749 wurde er dort zum Professor des Kriminalrechts und der Rechtsgeschichte ernannt. Als Sympathisant der Philosophie Christian Freiherr von Wolffs geriet er dort mit den Jesuiten in Konflikt, woraufhin er 1752 als Hofrat am Münz- und Bergwerkskollegium nach München berufen wurde. Er war zunächst Mitglied der bayerischen Gelehrtengesellschaft Parnassus Boicus und betrieb danach in Zusammenarbeit mit Propst Franz Töpsl, Andreas Felix von Oefele und Johann Georg Dominicus von Linprun die Gründung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, die vom Kurfürsten Maximilian III. Joseph 1759 vollzogen wurde. Nach der Akademiegründung hatte er dort die wichtige Position des Sekretärs bis 1761. 1768 wurde er zum Wirklichen Geheimen Rat und Referendar für die auswärtigen Angelegenheiten. Loris politischer Berufsweg nahm Juni 1779 sein Ende. Kurfürst Karl Theodor enthob ihn seines Amtes und ließ ihn in die Verbannung nach Neuburg an der Donau bringen.

Wirken und Werke
Lori publizierte mehrere historische Werke. Von seiner Geschichte des Lechrains erschien 1765 nur der zweite Band mit einer bis heute nicht ersetzten Quellensammlung. Als Oberbergdirektor ließ Graf Sigmund von Haimhausen durch Lori die geschichtliche Entwicklung des bayerischen Bergrechts und Bergbaus niederschreiben. Politisch war er an den Friedensverhandlungen mit Preußen von 1762/63 und später, nach Aufhebung des Jesuitenordens, an der Verteilung des Ordensvermögens beteiligt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Georg_von_Lori (01.10.2013)

Weis, Othmar (1770-1843), Benediktinerpater und Passionsspieltexter

Othmar Weis (* 24. April 1769 als Georg Weis in Bad Bayersoien; † 26. Januar 1843 in Jesenwang), war ein deutscher Benediktinerpater. Bekannt wurde er als Autor einer vollständig neuen Version der Oberammergauer Passionsspiele, die mit mehreren teils größeren Überarbeitungen noch Grundlage der heutigen Aufführungen bildet.

Georg Weis trat in das Benediktinerkloster Ettal ein und nahm den Namen Othmar an. Nach einem Studium an der Universität Ingolstadt wurde Pater Othmar Weis Leiter der Ettaler Klosterschule für besonders begabte Schüler. Nach der Säkularisation und der damit verbundenen Auflösung des Klosters Ettal 1803 arbeitete Pater Othmar Weis weiter als Lehrer, u.a. in Oberau, wo der spätere Oberammergauer Pfarrer Joseph Alois Daisenberger zu seinen Schülern zählte. Später wurde Pater Othmar Weis Pfarrer in Jesenwang, wo er am 26. Januar 1843 starb.
Werk
1770 waren in Bayern die Passionsspiele generell verboten worden. Für 1780 und die folgenden Jahrzehnte hatte Oberammergau ein Ausnahmeprivileg für Aufführungen erhalten. Nachdem Maximilian von Montgelas dieses Privileg aufgehoben hatte, konnten die Passionsspiele 1810 nicht stattfinden.
Auf Anfrage der Oberammergauer hin verfasste Pater Othmar Weis eine neue Textversion in Prosa für die Passionsspiele, die stark an den Evangelien orientiert war und den Grundgedanken der Versöhnung in den Vordergrund stellte. Zu dieser Textversion verfasste der Oberammergauer Lehrer Rochus Dedler (1779-1822) die Bühnenmusik.
Für diese Version der Passionsspiele erhielt Oberammergau 1811 wieder die Aufführungserlaubnis. Pater Othmar Weis leitete selbst die Aufführung. 1850 und 1860 überarbeitete und ergänzte Pater Othmars ehemaliger Schüler Joseph Alois Daisenberger den Text von Pater Othmar Weis. Auch nach weiteren Änderungen und Ergänzungen im 20. und 21. Jahrhundert bildet die Textfassung von Weis und Daisenberger immer noch die Grundlage der heutigen Aufführungen.
Zur Erinnerung an den Textdichter der Passionsspiele ist die Straße in Oberammergau, an der das Passionstheater liegt, als Othmar-Weis-Straße benannt.

Welf VI. (1115-1191), Herzog

Welf VI. (* 1115; † 15. Dezember 1191 in Memmingen) aus dem Geschlecht der Welfen, auch der Milde Welf genannt, war Markgraf von Tuszien (Toskana) und Widersacher des staufischen Königs Konrad III.
Welf wurde 1115 als dritter Sohn Heinrichs des Schwarzen, Herzog Heinrich IX. von Bayern, geboren. Nach dem Tod des Vaters 1126 wurde sein Bruder, Heinrich der Stolze, Oberhaupt des welfischen Adelsgeschlechts. Heinrich der Stolze verheiratete Welf VI. mit Uta, der Tochter des söhnelosen Pfalzgrafen bei Rhein Gottfried von Calw. Dadurch erwarb er nach dem Tod seines Schwiegervaters 1131 oder 1133 Ansprüche auf dessen Besitztümer – darunter auch die Burg Weinsberg –, die er allerdings in der sogenannten Calwer Erbfehde gegen Adalbert IV. von Calw, den Neffen Gottfrieds, durchsetzen musste. Innerhalb der welfischen Familie verwaltete Welf darüber hinaus die Besitzungen in Oberschwaben.
Nach der Wahl des Stauferkönigs Konrad III. 1138 kam es zum offenen Konflikt zwischen Staufern und Welfen. Konrad entzog seinem Gegner Heinrich dem Stolzen die Herzogtümer Bayern und Sachsen sowie Welf VI. die Markgrafschaft Tuszien. 1139 starb Heinrich der Stolze; sein Sohn Heinrich der Löwe war noch nicht volljährig. Welf VI. vertrat, neben der Mutter und Großmutter Heinrichs des Löwen, die welfischen Ansprüche und verteidigte sie vor allem in Bayern gegen die von Konrad neu als Herzöge eingesetzten Babenberger. 1140 schlug Welf die Babenberger bei Valley an der Mangfall, verlor aber kurz darauf in der Schlacht bei Weinsberg nahe Heilbronn die Burg Weinsberg an Konrad III.
Welf VI. in den Acta Sancti Petri in Augia; St. Gallen, Kantonsbibliothek, Vadianische Sammlung, VadSlg Ms. 321, S. 125, 13. Jh.
1142 erzielte die welfische Seite einen ersten politischen Sieg: Angesichts des zähen Widerstands der Welfen und ihrer Verbündeten wurde Sachsen an Heinrich zurückerstattet. Auf dem Hoftag in Frankfurt kam es zu einer ersten Annäherung über ein Ehebündnis, bei der Welf VI. allerdings nicht berücksichtigt wurde. Sein wichtigster Aktionsraum Bayern wurde erneut den Babenbergern zugesprochen. Bei dieser Regelung blieb es allerdings nicht lange. Im März 1147 erhob Heinrich der Löwe auf einem weiteren Hoftag in Frankfurt offiziell einen Rechtsanspruch auf das Herzogtum Bayern. Im gleichen Jahr begab sich Welf unter Konrad III. auf den Zweiten Kreuzzug nach Palästina und ordnete vorher seine Verhältnisse. In diesem Zusammenhang wurde erstmals sein um 1140 geborener Sohn Welf VII. erwähnt. Ebenfalls in dieser Zeit stiftete Welf das Kloster Steingaden (oberhalb des Lechtals bei Peiting), das seine Grabstätte werden sollte. Der Kreuzzug verlief wenig ruhmreich. Nach verlustreichen Kämpfen in Kleinasien erreichten die Kreuzfahrer im Sommer 1148 Akkon, wo Konrad entschied, Damaskus zu belagern. Welf lehnte eine Teilnahme an der Belagerung ab und kehrte in die Heimat zurück.[1] Kurz nach seiner Rückkehr scheint Welf erneut militärisch gegen Konrad vorgegangen zu sein. Nach einer Niederlage bei Flochberg brach der Aufstand 1150 allerdings zusammen. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Heinrich der Löwe endgültig die Führung der welfischen Partei und setzte sich in den Folgejahren schließlich auch in Bayern durch.

Welf VI. und Friedrich I. Barbarossa
1151 kam es durch Vermittlung seines und des Königs Neffen, Friedrich III. von Schwaben, den zukünftigen Kaiser Barbarossa, zu einer Einigung zwischen Konrad und Welf. Im Zuge dieser Einigung bekam Welf von Konrad III. das bedeutende Reichslehen Mertingen verliehen.
Nach dem Tode Konrads, im Februar 1152, unterstützte Welf VI. die Kandidatur seines Neffen Friedrich von Schwaben, der am 4. März 1152 in Frankfurt zum neuen König gewählt wurde, gegen den noch minderjährigen Sohn Konrads, der später Herzog Friedrich IV. von Schwaben werden sollte. In dieser Zeit war das Verhältnis Welfs zum Reichsoberhaupt ausgesprochen gut und so wurde er vom König, spätestens auf dem Würzburger Hoftag im Oktober 1152, mit dem Herzogtum Spoleto in Italien, der Markgrafschaft Tuscien (die heutige Toskana) und anderen italienischen Gütern belehnt.
Welf VI. war damit Herr des größten Teils Mittelitaliens; neben Spoleto und Tuscien besaß er unter anderem auch Sardinien. Gut zwanzig Jahre dauerte diese welfische Herrschaft. Dass Welf jedoch auch Wert auf seine Besitzungen in Schwaben legte, zeigte die Tübinger Fehde (1164–1166), in der er durch zahlreiche Beziehungen nahezu den gesamten schwäbischen Adel gegen den Pfalzgrafen Hugo von Tübingen und seinen wichtigsten Unterstützer, Herzog Friedrich IV. von Schwaben aufbrachte. Auch in diesem Konflikt der Welfen mit der konradinischen Stauferlinie musste Kaiser Barbarossa vermittelnd eingreifen. Und auch hier bevorzugte er Welf VI.
1167 starb Welfs einziger Sohn, Welf VII., der am Feldzug Kaiser Friedrichs gegen den Papst teilgenommen hatte, in Italien an der Malaria. Sein Tod traf den Vater zutiefst. Gegen die ab diesem Zeitpunkt massiv betriebene Ausdehnung des staufischen Besitzes in Oberschwaben unternahm er nichts. Er verlor beinahe jegliches politisches Interesse; seine italienischen Besitzungen verkaufte er für eine beträchtliche Summe an Kaiser Friedrich. Allerdings scheinen sie nicht sofort in den Besitz Barbarossas übergegangen zu sein, denn wenige Jahre später erhob Welf noch einmal formellen Protest, als der Kaiser seine Besitzungen im Rahmen seiner italienischen Städtepolitik neu verteilte. Den tuscischen Markgrafentitel führte Welf noch bis 1173. Mit dem Erlös aus den italienischen Verkäufen scheint er seine neuen Leidenschaften finanziert zu haben: Dichtkunst, Geschichtsschreibung und Kirchenbau förderte er als Mäzen; er feierte aufwendige, vielbesuchte Feste, auf denen auch wichtige politische Entscheidungen fielen. In diese Zeit entstand auch die Historia Welforum, die erste mittelalterliche Chronik, die ausschließlich der Geschichte eines Adelsgeschlechtes gewidmet ist und vielleicht im Auftrag Welfs geschrieben wurde.
Erbvertrag und Tod
Nach der Übernahme von Welfs italienischen Besitzungen nahm Barbarossa 1171 Verhandlungen über das Gesamterbe auf. Welf VI. war zu diesem Zeitpunkt fast 60 Jahre alt. Zwar war sein Sohn tot, doch hatte er zwei Neffen: Heinrich den Löwen und Kaiser Friedrich Barbarossa. Der Erbfolge gemäß hätte der Löwe den Anspruch auf das Erbe gehabt. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt der Kontakt zwischen dem neuen welfischen Machtzentrum in Braunschweig und dem schwäbischen Stamm des Geschlechts weitgehend eingeschlafen. Dennoch kam es zwischen Pfingsten 1175 und Herbst 1176 zu einem Erbvertrag zwischen Welf VI. und Heinrich dem Löwen. Heinrich sollte eine erhebliche Summe an seinen Onkel leisten und dafür das Erbrecht erhalten. Heinrich blieb die Zahlung jedoch schuldig, und Friedrich bemühte sich wieder verstärkt um Welf. Kurz vor Weihnachten 1178 kaufte er Welf seine Besitzungen nördlich der Alpen ab. Die offizielle Übergabe fand im Januar 1179 auf dem Wormser Hoftag statt, auf dem auch das endgültige Absetzungsverfahren gegen Heinrich den Löwen eingeleitet wurde. Einen Großteil der Territorien empfing Welf sofort wieder als Lehen vom Kaiser. 1191 starb Welf, „versöhnt mit den Menschen und reuevoll“, wie es in der Historia Welforum (Steingadener Fortsetzung) heißt, in „seiner Stadt“ Memmingen. Er wurde in dem von ihm gestifteten Kloster Steingaden beigesetzt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Welf_VI. (01.10.2013)

Well, Hermann, (1913-1996), Lehrer, Musiker und Autor

Hermann Well, geb. 1913 in Mengkofen/Niederbayern, gest. 1996 in Günzlhofen. Er war Hauptschulrektor in Günzlhofen, Musiker und Musikerzieher. Vater der Biermösl-Blosn und der Wellküren.
Werk: Herbststurm. Gedichte aus 75 Jahren. München 1988 (Gedichte im Lechrainer Dialekt).
Weitere Informationen siehe unter: http://bmlo.de/w1539

Wohlmuth, Leonhard (1823-1889), Dichter und Lehrer

Wohlmuth Leonhard W., Dichter und Reallehrer, wurde am 16. Dezember 1823 auf der Einöde zu Hohenzell in Oberbayern geboren. Er studierte in München Philosophie, Philologie und Rechtswissenschaft, wandte sich aber seit dem Jahre 1846 der Literatur zu und lebte längere Zeit mit allerhand literarischen und poetischen Arbeiten beschäftigt, in Landsberg am Lech.
Im Frühjahr 1866 erhielt er eine Anstellung als Lehrer an der Bezirksschule zu Frick im Aargau, die er im J. 1870 mit einer solchen als Lehrer an der königlichen Kreisgewerbeschule zu Bayreuth vertauschte. Er starb in Bayreuth in den ersten Tagen des Juli 1889.
Wohlmuth war ein patriotischer Dichter, verfügte über ein schönes Formentalent und verwendete große Sorgfalt auf den poetischen Ausdruck. Doch gebrach es ihm an Kraft und Tiefe der Phantasie, und nur in seiner lyrischen Dichtung kam er gelegentlich einmal zu eigenartigen Empfindungen. Trotzdem wurden seine Gedichte, die zuerst in Leipzig im Jahr 1846 erschienen, fünf Mal aufgelegt. Die letzte in München im Jahr 1887 gedruckte Sammlung umfasst neun Bogen und enthält in fünf Abtheilungen nicht nur die ursprünglichen Gedichte, sondern auch spätere, zuerst besonders gedruckte Dichtungen, z. B. den „Der Kaiserdom zu Speyer“ betitelten Liederkranz. Von den übrigen lyrischen Sammlungen Wohlmuths sind zu erwähnen die „Blumen des Bairischen Hochlandes“ (Erlangen 1853) und die „Deutschen Lieder“ (Bayreuth 1871). Letztere geben der patriotischen Freude des Dichters über die Ereignisse der Jahre 1870 und 1871 Ausdruck und feiern z. B. die Wiedergewinnung des Elsaß und Lothringens. Den Schluss der kleinen Hefte bildet die bairische Volkshymne: „O Baierland, mein Vaterland, ich grüße dich mit Mund und Hand“, die sich durch schwungvolle Begeisterung und melodische Klangfülle auszeichnet.
Weniger Erfolg als mit seinen lyrischen Dichtungen hatte W. mit seinen dramatischen Arbeiten. An dem Drama in vier Aufzügen, das das Leben Mozart’s behandelt (Nürnberg 1856), vermisst man den inneren dramatischen Zusammenhang. Mit Musik von Franz von Suppé versehen, wurde es gleichwohl öfters an kleineren Bühnen gegeben. Jeder Akt bildet ein Drama für sich. Das Trauerspiel: „Elisabeth von Baiern“ (Nürnberg 1856), ist eines jener verfehlten Konradindramen, in dem nicht Konradin, sondern seine Mutter Elisabeth die Hauptrolle spielt. An dem Trauerspiel: „Die Zerstörung von Jerusalem“ (Nürnberg 1857) ist zu tadeln, dass das Werk eine epische, nicht aber eine dramatische Anlage hat. Das im Jahr 1864 erschienene Schauspiel: „Aennchen von Tharau“ wurde in München und verschiedenen anderen größeren Theatern aufgeführt, hatte aber nirgends rechten Erfolg. In dem dramatischen Gedicht: „Deutsche Treue“ (Aarau 1869) steht die Figur Lucas Cranach’s, der dem in der Schlacht bei Mühlberg besiegten Kurfürsten Johann Friedrich von Sachsen in die Gefangenschaft folgt, im Mittelpunkt der Handlung, doch ist sein Charakter nicht genügend entwickelt und das Ganze ohne Eigenart.