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Ausflugsziele im mittleren Lechrain

Jeden Monat wollen wir Ihnen ein lohnendes Ausflugsziel aus dem Bereich des Mittleren Lechrains vorstellen. Darunter sind Kunsthistorische Denkmäler (Kirchen, Kapellen, Schlösser, Burgen), archäologisch interessante Orte, Naturschönheiten und sonstige bemerkenswerte Orte aus der Geschichte oder der Gegenwart. Wir werden versuchen, die Vorschläge auch nach der Jahreszeit zu werten. Manchmal bringen wir auch einen Hinweis auf ein außerhalb unseres Gebiets liegendes Ausflugsziel. Nach dem aktuellen Monat verschwindet der Ausflugstipp im “Archiv Ausflugsziele” und kann dort jederzeit noch angeschaut werden.

Vergangene Ausflugsziele

Heimatmuseum Mering

Das Heimatmuseum Mering befasst sich mit der Geschichte des Ortes von der Vor- und Frühgeschichte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges.

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Die bedeutendsten Themen im Heimatmuseum:

- Vor- und Frühgeschichte
- Ortsgeschichte mit alten Ansichten
- Keramik- und Tonwarenherstellung in Mering
- Uhrenbau im 19. Jahrhundert in Mering
- Historische Kleider und Schmuckstücke
- Meringer Kunstschmiede
- Handwerke vergangener Zeit
- Landwirtschaft zu Anfang des 20. Jahrhunderts
- Kirchliches, Bildhauerfamilie Luidl
- Schule zur Zeit der Großeltern
- Ende des Zweiten Weltkrieges, Flüchtlingselend 1945

Öffnungszeiten:

Das Museum ist an allen Marktsonntagen sowie in den Monaten ohne Märkte jeweils am 1. Sonntag im Monat von 14.00– 17.00 Uhr geöffnet. In den Monaten August und September bleibt das Museum geschlossen.

Terminabsprache mit Joachim Pagel, Oskar-von-Miller-Str. 1, 86415 Mering, Tel.: 08233 / 7 39 02 08, Fax: 08233 / 7 39 02 07, eMail: pagel.joachim@web.de
Der Eintritt ist frei, Spenden werden dankbar angenommen.

Heimatmuseum Mering
Bouttevillestr. 23
86415 Mering
Tel. 08233 600180

Moorenweis-Hohenzell: Keltische Viereckschanze und Kapelle Mariä Heimsuchung

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Die spätkeltische Viereckschanze von Hohenzell ist heute in großen Teilen im Gelände nicht mehr sichtbar. Erhalten haben sich geringe Reste der nördlichen Seite. Der im Süden liegende Wall ist auf einer Länge von etwa 40 m noch als Geländewelle zu erkennen. Dort deutet sich auch eine Ecke der Schanze durch ein Umbiegen des Walles an. Die Seitenlängen betragen etwa 120 m. In der nordöstlichen Ecke der Anlage befindet sich die Kapelle Mariä Heimsuchung. Vor allem wegen der Ausstattung aus dem 15. und 16. Jahrhundert kommt ihr eine überörtliche Bedeutung zu.
Das Bauwerk mit rechteckigem Langhaus, eingezogenem Altarraum, gekehltem Gesims, steilem Biberdach und Dachreiter erweckt auf den ersten Blick den Eindruck eines einheitlich spätgotischen Gebäudes. An der Südseite lagern allerdings einige hier abgelegte Tuffsteinbrocken. Nach der Herkunft befragt, berichtet der benachbarte Mesner, dass sie aus der Gründung der Kapelle stammen. Bei der letzten Renovierung vor ca. 20 Jahren habe man die Wände trockengelegt und dabei festgestellt, dass die Fundamente aus Naturstein bestehen, die Wände aber oberhalb des Sockels mit Ziegel gemauert seien. Die Steingründung spricht in unserem Gebiet für eine Entstehung in der Zeit der Romanik. Das Langhaus könnte im Kern also noch aus dem Hochmittelalter stammen.
Der heutige Altarraum mit dreiseitigem Schluss, gestuften Strebepfeilern, gemauertem Stichkappengewölbe und Resten von bauzeitlicher Rankenmalerei ist jünger und gehört zur Spätgotik. Glücklicherweise hat sich an einer Freilegungsstelle an der inneren Ostwand die zugehörige Jahreszahl 1457 samt dem Baumeisterzeichen Y erhalten. Ein weiterer Hinweis darauf, dass die heutige Kapelle nicht in einem Zuge errichtet wurde, ergibt sich aus dem Bericht des Mesners, dass die Fundamente des Altarraumes zwar auch aus Naturstein bestehen, aber weniger tief gegründet seien. Möglicherweise ersetzte also der heutige Altarraum einen abgerissenen romanischen Vorgänger. Verifizieren können wird man diese Annahme aber erst durch Bauforschung bei der nächsten großen Instandsetzung. Eine Dokumentation der letzten Sanierung liegt leider nicht vor. Zur spätgotischen Bauphase gehört noch der auffallend sorgfältig gearbeitete Dachstuhl: über dem Langhaus 2-fach stehend, mit Streben, Kreuzstreben, Zerr-, Kehl- und Hahnenbalken, über dem Altarraum liegend, Sparren und Bindersäulen sowie Binder- und Kehlbalken jeweils durch das Kopfband gefasst und alles verblattet. Bestätigt sich die bauzeitlich Annahme, hätten wir für unser Gebiet ein eher frühes Beispiel für den liegenden Stuhl.
Wohl im 18. Jahrhundert fand die Barockisierung der Kirche statt: Die flache Bretterdecke des Schiffs erhielt einen Verputz mit profilierter Hohlkehle, im Altarraum wurden die anzunehmenden gotischen Gewölberippen abgeschlagen. Die kleine Empore hat man ebenfalls verputzt und an der Brüstung mit Felderstuck versehen. Auch wurden die Fenster vergrößert und ebenso wie der Chorbogen in korbbogige Form gebracht. Chorbogen und Stichkappen erhielten bescheidene Stuckverzierungen.
Im Chorgewölbe brachte man in einem Vierpassrahmen ein Deckenbild (Gottvater, Christus und Maria) auf, im Langhaus ein Wandbild mit der Darstellung der Leiden Hiobs. Das Eingangsportal
wurde in einen barocken Rundbogen umgeformt, wobei aber außen noch der ehemalige Spitzbogen zumindest im Ansatz erkennbar blieb.
Aus der barocken Bauphase stammt auch noch der achteckige Aufsatz des Dachreiters mit Zwiebel, Kugel und Kreuz. In ihm hängen zwei Glocken, die kleinere von 1540 und eine größere von 1666.
Im Laufe der barocken Umgestaltung wurde nach und nach auch die Ausstattung der Kapelle erneuert. Der Hochaltar stammt aus dem letzen Drittel des 17. Jahrhunderts und besitzt ein viersäuliges Retabel mit Predella, Antependium und Auszug. An seiner Rückseite ist er bezeichnet H.F 1779, was ein Renovierungsdatum darstellt. Der gleichen Entstehungszeit kann der nördliche Seitenaltar, ein Zweisäulenretabel, zugeordnet werden, während der südliche aus verschiedensten Bauteilen der Zeit des 17. bis 19. Jahrhunderts zusammengefügt wurde.
Von besonderer Bedeutung ist die figürliche Ausstattung der drei Altäre. Diese stammt aus der Zeit der Spätgotik und hat sich hier in auffallender Dichte und Qualität bewahrt: im Hochaltar eine thronende Muttergottes mit Kind, flankiert von zwei Engeln, als Assistenzfiguren Anna Selbdritt, Joachim, Petrus und Paulus; in der Predella ein Hochrelief mit der Anbetung der Heiligen drei Könige; im Auszug ein Relief von Mariä Heimsuchung (Maria und Elisabeth), zusammen mit zwei barocken Auszugsengeln. Der linke Seitenaltar enthält Figuren des heiligen Josef mit Kind, als Assistent Antonius. Im Auszug ist wieder Maria mit dem Kind dargestellt. Hervorzuheben ist im rechten Seitenaltar ein Hochrelief mit Maria und den 14 Nothelfern, in der Predella ein Gemälde des 16./17. Jahrhunderts mit Darstellung des Marientodes, im Auszug ein Bild Gottvaters. Die Fassungsoberflächen der Figuren sind stark geprägt durch Überarbeitungen des 19. und 20. Jahrhunderts.
Ein weiteres wichtiges Ausstattungsstück stellt ein großformatiges Tafelbild mit zwölf Passionsszenen dar, das Ende des 16. Jahrhunderts entstand, am Rahmen jedoch mit 1751 bezeichnet ist. Wahrscheinlich handelt es sich dabei um ein Renovierungsdatum. Ebenfalls aus dem späten 16. Jahrhundert stammt ein kleines Andachtsbild mit der hier ungewöhnlichen Darstellung der Kümmernis (heilige Wilgefortis) mit dem armen Geigerlein und der Legende vom geschenkten Schuh. Weiter sind vorhanden: eine barocke Sylvesterfigur, zwei volkstümliche Wandkreuze, eines davon noch spätgotisch, ein barockes Lesepult mit Grisaille-Gemälden an den Fußstützen (Kreuzabnahme und Auferstehung), ein volkstümlich gemalter Kreuzweg wohl des 19. Jahrhunderts, eine Rokokoampel, ein eiserner Opferstock und ein älteres, abgebeiztes Gestühl mit neuen Docken. Im Altarraum liegen noch Solnhofer Platten des 18. oder 19. Jahrhunderts.
Die Kapelle in Hohenzell stellt sowohl in ihrer baulichen Größe im Bezug auf den kleinen Weiler als auch im Hinblick auf ihre reiche spätmittelalterliche Ausstattung eine Besonderheit dar. Verständlich wird beides wohl nur durch die Verbindung zum Kloster Wessobrunn, welches zwei der drei Höfe des Ortes Hohenzell zu Eigen hatte.
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Quelle: Walter Irlinger /Alexander Zeh, Moorenweis-Hohenzell: Keltische Viereckschanze und Kapelle Marä Heimsuchung. In: Walter Irlinger / Toni Drexler / Rolf Marquardt, Landkreis Fürstenfeldbruck – Archäologie zwischen Ammersee und Dachauer Moos. Stuttgart, 2007, S. 145 – 149.

Burgruine Haltenberg bei Scheuring

Die Burg erscheint erstmals indirekt 1260 mit Konrad von Haltenberg, dessen Geschlecht in Diensten der bayerischen Herzöge stand. 1425 ging Haltenberg durch Verkauf an den Augsburger Patrizier Peter Rehlinger, dessen Familie die Burg bis 1612 hielt.
1612 kaufte schließlich der spätere Kurfürst Maximilian I. die Anlage, die danach zum Jagdschloss umgebaut wurde. Die nahen Lechauen waren besonders für die „Reiherbeize“, also die Falkenjagd auf Fischreiher geeignet. Auch das nahe „Westerholz“ bot ergiebige Jagdgründe für die Münchner Hofgesellschaft, die auf dem Kurfürstenweg hierher gelangte.
Die Zeit der großen Hofjagden ging allerdings mit dem 18. Jahrhundert zu Ende. Das nun entbehrlich gewordene Jagdschloss wurde weitgehend abgerissen. Bis heute erhalten und bewirtschaftet ist allerdings der ehemalige Wirtschaftshof in der Vorburg. Das Burggelände war seit dem 19. Jahrhundert im Besitz der Herren von Thyssen.
1982 konnte der Landkreis Landsberg am Lech die Hauptburg von den Eigentümern erwerben und begann mit der Sanierung der Anlage. Die verbliebene Substanz wurde gesichert und der Bergfried als Aussichtsturm zugänglich gemacht. Hierbei wurde auch der Turmabschluss aufgemauert und überdacht. Bis zur Sanierung befand sich die Ruine in einem völlig verwahrlosten Zustand. In den großen Bergfried war ein undichtes Wasserreservoir eingebaut, dessen auslaufender Inhalt im Winter beträchtliche Frostschäden verursachte.

Die Burg liegt über dem Lech am Rand der Hochfläche. Die rechteckige Hauptburg wird im Norden und Osten durch ein eindrucksvolles, doppeltes Grabensystem geschützt. Im Süden trennt ein einfacher Halsgraben Haupt- und Vorburg. Die Vorburg wird durch einen weiteren Außengraben vom Gelände abgesondert.
Heute betritt man die Burgruine auf der Nordseite über einen aufgeschütteten Damm, der gute Einblicke in das Grabensystem gewährt. Das Plateau der Hauptburg wird von den Außenmauern des ehemaligen Schlosses umlaufen. Über dem Sockel aus Nagelfluh hat sich noch ein Obergeschoss aus Backstein erhalten. Der Innenhof ist mit Lechkieseln gepflastert, die aber weitgehend unter einer dünnen, grasbewachsenen Erdschicht verborgen liegen. Im Osten führen Treppenstufen in die ehemaligen Kellerräume, die aber aus konservatorischen Gründen verfüllt werden mussten.
Im Südosteck erhebt sich der mächtige romanische Bergfried. Der Rundturm aus großen Nagelfluhquadern wurde in den letzten Jahrzehnten vom Schutt befreit und teilweise ergänzt. Die rundbogige Einstiegsöffnung in etwa 8 Meter Höhe ist heute über ein Stahlgerüst erreichbar. An Wochenenden und Feiertagen kann der Turm bestiegen werden. Die Aussicht auf die Lechebene und die Alpenkette ist allerdings weitgehend durch hohe Bäume beeinträchtigt.
Das ursprüngliche Haupttor der mittelalterlichen Burg lag sicherlich auf dieser Seite und war durch die große Vorburg und den Bergfried gesichert. Zur Nutzung als Jagdschloss wurde der Eingang auf die andere Seite verlegt. An Stelle des heutigen Dammes führte damals offenbar eine Holzbrücke über den Graben.
Das Herrenhaus stand im Westen direkt über dem Steilabfall. Im Osten war das Gesindehaus direkt an den Bergfried angebaut (Giebelansatz erkennbar). Zwischen der Haupt- und der Vorburg liegen die Ruinen der romanisch-gotischen Burgkapelle, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
Das Jagdschloss des 18. Jahrhunderts ist durch eine Ansicht Michael Wenings gut dokumentiert. Der Kupferstich zeigt das Schloss aus Nordosten in der Vogelschau. Um die Hauptburg zog sich ein schmaler Zwinger mit einigen rechteckigen Türmen. Die lang gestreckten Gebäude trugen einfache Satteldächer, der Bergfried einen hohen Helm. Gut erkennbar sind die doppelte Grabenanlage und der Chor der Kapelle.
Diese Kapelle war noch bis in die Nachkriegszeit gut erhalten. Der ursprünglich romanische, dem Heiligen Erasmus geweihte Bau wurde in gotischer Zeit aufgestockt und erweitert. Später barockisierte und stuckierte man das kleine Gotteshaus (Wessobrunner Meister).
Um 1960 löste sich ein Nagelfluhquader aus dem Mauerverband des nebenstehenden Bergfriedes und durchschlug das Dach der Kapelle. In der Bevölkerung halten sich allerdings bis heute Gerüchte, einige Burschen aus der Umgebung hätten hier gegen Bezahlung etwas nachgeholfen. Dem Eigentümer soll der Bauunterhalt lästig geworden sein. Später stürzte das Gewölbe vollständig ein. Anlässlich der Instandsetzung der Burg wurden die Ruine durch ein Notdach geschützt und die Reste der Stuckaturen aus dem Schutt geborgen.
Die Ruine ist heute Eigentum des Landkreises Landsberg am Lech und frei zugänglich. Die Vorburg ist in Privatbesitz und dient als landwirtschaftlicher Gutsbetrieb.
Etwa zwei Kilometer südlich der Burg sind auf dem Lechhochufer die Erdwerke von zwei vor- bis hochmittelalterlichen Befestigungsanlagen erkennbar (Schanzen im Westerholz). Ein weiterer Burgstall nördlich von Haltenberg wurde größtenteils mit dem Gutsbetrieb Lichtenberg überbaut.
nach: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Haltenberg (07.09.2013)

“Schloss Haltenberg” Kupferstich von Michael Wening, 1701.
Anfahrt mit dem PKW
Von Landsberg am Lech in Richtung Weil (St. 2052), dann links in Richtung Kaufering. In Kaufering links in die Epfenhausener Straße und gleich rechts in die Scheuringer Straße. Dann noch ca. 5 km bis Haltenberg. Kostenloser ausgewiesener Parkplatz. Vom Parkplatz ca. 10 – 15 Minuten Gehweg.
Öffnungszeiten
Die Ruine ist jederzeit öffentlich zugänglich. Von April bis einschließlich Oktober ist der Turm an Sonn-/ und Feiertagen, von 15 – 18 Uhr geöffnet. Die ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Vorburg befinden sich im Privatbesitz.
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Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt" Walleshausen

Walleshausen, eine sehr alte Siedlung, wird wahrscheinlich als „Wagilineshusen“ 912 erstmals in einem Güterverzeichnis des Klosters Wessobrunn genannt. 1461 wurde die Pfarrei Walleshausen das Kloster Polling inkorporiert. Dieses begann 1466 mit dem Bau einer spätgotischen Kirche, die 1472 “Mariä Himmelfahrt” geweiht wurde. Der Turm erhielt 1695 durch den Baumeister Michael Natter den Barockaufbau. Der qualitätvoll ausgestattete Kirchenraum wurde 1732 wurde barockisiert und mit Stuckaturen von Franz Xaver Feichtmayer und Deckenbilder von Johann Georg Wolker versehen. Das Hauptfresko im Langhaus zeigt die Aufnahme der hl. Maria in den Himmel, umrahmt von zwei kleineren Scheitelbildern und 14 Medaillons auf denen Szenen aus dem Leben der hl. Magdalena und Beispiele der Barmherzigkeit Gottes gegenüber den Menschen dargestellt sind. Das Chorfresko zeigt die Himmelfahrt Mariens, umgeben von acht Bildkartuschen mit Motiven aus dem Alten Testament. Altäre und Kanzel sind reifes Rokoko: Der Hochaltar mit einer spätgotischen Madonna; die Sebastiansfigur auf dem rechten Seitenaltar gilt als ein Werk des Augsburgers Ehrgott Bernhard Bendel (1734 ?). Auf der Nordseite der Magdalenen- und Augustinusaltar mit Plastiken Weilheimer Meister des 18. Jahrhunderts, die Kanzel ist von dem Kunstschreiner Maximilian Gruber aus dem benachbarten Egling. An der Emporenbrüstung die Statuetten der zwölf Apostel von Heinrich Hagen aus Weilheim, Ende des 17. Jahrhunderts. Bemerkenswerte Einzeldenkmäler sind das Stifterbild des Pfarrers Mang Stiglmayr im Chor (Öl auf Holz, 1567), sowie die Epitaphien des Pfarrers Christian Arbisser (+ 1491) und der Angehörigen des Historikers Dr. Wiguläus Hundt (Mitte 16. Jahrhundert). Wegen ihrer hochwertigen Ausstattung zählt die Walleshausener Kirche zu den bedeutendsten Baudenkmäler des Landkreises und der weiteren Umgebung.
Im ehemals befestigten Friedhof (Torhaus an der Südostecke und spitzbogige Pforte an der Westmauer) befindet sich ein in seiner Art sehr seltenes Beinhaus mit Ölbergfiguren des 16. Jahrhunderts.
Der dreigeschossige, schlossartige Pfarrhof unterhalb der Pfarrkirche bildet zusammen mit dem Gotteshaus eine für ländliche Verhältnisse erstrangige Baugruppe. Er wurde um 1710 wesentlich umgestaltet, mit einem Querflügel versehen und diente zeitweilig als Sommersitz der Pollinger Pröbste. Im Inneren einige Stuckdecken des Klostergipsmeisters Benedikt Perghofer, bemalte Türen und ein schönes Treppengeländer. Am Außenbau fällt das prächtig geschnitzte frühklassizistische Portal mit dem Wappen des bedeutendsten Pollinger Probstes Franz Töpsl und die wohlgelungene Farbgebung der letzten Restaurierung auf. Selten ist auch die giebelbekrönte barocke Toranlage mit Fußgängerpforte.

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St. Vitus (Egling an der Paar)

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Die Pfarrkirche St. Vitus steht auf einer Anhöhe über dem Ortskern von Egling an der Paar im Landkreis Landsberg am Lech in Oberbayern. Der stattliche Sakralbau gilt als eine der bedeutendsten Landkirchen des ausgehenden 18. Jahrhunderts in Südbayern.

Geschichte

An der Stelle der heutigen Pfarrkirche stand ursprünglich ein kleines, spätgotisches Gotteshaus, dessen Turm am 9. November 1767 zusammenstürzte. Am Vortag hatte der zufällig in Egling anwesende Abt Bernhard II. von Ettal noch einen Gottesdienst in der völlig überfüllten Kirche gehalten. Die Pfarrei Egling gehörte seit 1743 vollständig zum Klosterbesitz. Ettal besaß allerdings bereits seit 1339 den „Kirchensatz“ (Vogtei- und Patronatrechte, Schenkung durch Kaiser Ludwig den Bayern).

Eigentlich dachte man anschließend nur an eine Wiederherstellung der alten Kirche. Abt Bernhard kontaktierte jedoch den Baumeister Franz Anton Kirchgrabner, der bereits am 28. Januar 1768 die Ruine besichtigte. In seinem Gutachten stellte Kirchgrabner fest, dass das Langhaus und der Turm vollständig neu aufzuführen seien. Das Mauerwerk des Chores sei hingegen noch verwendbar. Der Kostenvoranschlag für den Rohbau belief sich auf 12 641 Gulden. Eine notdürftige Reparatur des Altbaus veranschlagte er mit immerhin 2000 Gulden, jedoch sei davon dringend abzuraten: „Das beste ist ein von Grund auf starkes Gebäu, kostet ohne Zweifel Geld, aber nur einmal, und ist hernach ein ewiges Werk“.

Der Neubau schritt trotz chronischen Geldmangels rasch voran. Der Ettaler Abt musste u. a. mehrere Bettelbriefe an den „Direktor der geistlichen Sachen“ in München schicken. Die dortigen Verantwortlichen bemängelten vor allem den „für diesse blosse Bauernkirch“ viel zu hohen Kostenvoranschlag. 6000 Gulden seien hier völlig ausreichend. Bernhard widersprach dem jedoch erfolgreich, so dass bereits am 7. November 1769 „Hebauf“ gefeiert werden konnte. Im nächsten Jahr war der Rohbau bis auf das Oberteil des Turmes vollendet. Thassilo Zöpf begann anschließend mit den Stuckarbeiten und Christian Wink schuf zuerst das Chorfresko, drei Jahre später auch das große Kuppelbild des Langhauses. Der Turm war erst 1777 fertiggestellt. Die Beschaffung der Ausstattung zog sich noch etwa weitere zwanzig Jahre hin.

1882 und 1923 restaurierte man das Gotteshaus. 1973/74 begann eine Generalsanierung unter der Leitung des gebürtigen Eglingers Norbert Fischer. 1985 konnte schließlich die originale Farbgebung des Außenbaues wiederhergestellt werden.

Beschreibung

Die strenge Gliederung des blockhaften Außenbaues verweist bereits auf den frühen Klassizismus. Die niedrigen, einmal abgestuften Strebepfeiler des Chorschlusses markieren die wieder verwendeten Teile der alten, spätgotischen Kirche. Im Süden wurde eine zweigeschossige Sakristei an das Presbyterium angebaut. Die Architekturgliederung ist teilweise nur aufgemalt (weiß auf hellblau-grauem Grund) und besteht aus Pilastern bzw. Lisenen, leeren Putzfeldern, Fensterumrahmungen und Gesimsen. Das Chordach ist etwas niedriger als der – im oberen Teil abgewalmte – Dachstuhl des Langhauses.

Der Turm steht im nördlichen Chorwinkel und wird von einer flachen Kuppel mit einer einfachen Laterne abgeschlossen. Im Gegensatz zur Ziegeldeckung des Kirchenraumes wurden hier Kupferplatten verwendet.

Im Grundriss nahm Kirchgrabner ein von seinem Lehrmeister Johann Michael Fischer entwickeltes zentralisierendes Schema aus drei Raumteilen auf. Dem quadratischen Hauptraum ist im Westen ein rechteckiger Vorraum angefügt. Nach Osten öffnet sich der erhöhte Altarraum der alten Kirche. Ein direktes Vorbild war die Pfarrkirche von Eschenlohe, die noch von Fischer geplant und von Kirchgrabner vollendet worden war. Ungewöhnlich sind die flachen Kreuzarme des Landhauses, die im Inneren kaum auffallen, außen jedoch mit ihren Pultdächern wie nachträglich angefügt wirken.

Die Ecken des Langhauses sind abgeschrägt und bergen im Westen die Seitenaltäre, im Osten sind die beiden Seitenportale eingefügt.

Ausstattung

Die malachitfarbigen Stuckaturen des Wessobrunner Meisters Thassilo Zöpf sind eigentlich nur Rahmungen für die riesigen Bildfelder der Gewölbe. Die Dekorationsformen sind typisch für das Spätwerk des Meisters. Man erkennt u. a. tropfsteinähnliche Gebilde, Blattwedel, Rocaillen und Pagoden.

Die Deckenfresken des Langhauses und des Chores sind qualitätvolle Arbeiten von Christian Thomas Wink. Das Eglinger Hauptbild gilt gar als eines der Hauptwerke des Münchner Hofmalers. Dargestellt wurden vier Szenen aus dem Leben des hl. Vitus, die durch Bäume und Gebäude getrennt werden. Man erkennt die Flucht des Jünglings aus Sizilien, St. Vitus inmitten eines Löwenrudels, das Martyrium des Heiligen und die Vorbereitung seiner Hinrichtung im Ölkessel.

In der Kuppel des Chores ist der Heilige in seiner Verherrlichung zu sehen. Über ihm thronen Gottvater und Christus, seitlich stehen seine Pflegeeltern Modestus und Creszentia.

Die Wandbilder der Oratorien über den vorderen Seitenaltären zeigen Episoden aus der Geschichte des Klosters Ettal, dem Egling ja zugehörig war.

Den Hochaltar schuf 1779 der einheimische Kistler (Schreiner) Maximilian Gruber. Das große Altarblatt mit der Darstellung des „Martyrium des hl. Vitus“ entstand erst 1838 (Anton Huber, Dachau) und wird von zwei Säulenpaaren flankiert. Außen stehen zwei weiß gefasste (bemalte) Statuen der hl. Petrus und Paulus (Franz Xaver Schmädl, 1770), die ursprünglich für die Pfarrkirche in Eschenlohe bestimmt waren (Ankauf 1791). Das runde Gemälde im Auszug (Aufsatz) zeigt die Hl. Drei Könige (bez. D. f. 1782 = Dieffenbrunner fecit 1782). Auch die Seitenaltäre stammen aus der Werkstatt Grubers. Die beiden östlichen stehen in den Nischen der Langhausschrägen. Auffällig ist hier der nahezu völlige Verzicht auf einen tektonischen Aufbau, also rahmende Säulen oder Gliederungen. Den Mittelpunkt des linken Kreuzaltares bildet ein Kruzifix des Landsbergers Lorenz Luidl (um 1680/90), darunter steht die „Schmerzhafte Muttergottes“ (nach 1750) im Strahlenkranz in einer Rocaillekartusche. Der rechte Kerkeraltar birgt einen überlebensgroßen „Schulterwundenchristus an der Geißelsäule“ (zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts)

Die Altäre in den Kreuzarmen wirken mit ihren Säulenpaaren wieder konventioneller. Am Schutzengelaltar flankieren die Heiligen Florian und Sebastian (Franz Joseph Pfeifenhofer, 1781) in prächtigen Harnischen die Schnitzgruppe im Mittelpunkt. Der St. Anna-Altar zeigt die hl. Mutter Anna mit der kindlichen Maria an der Hand. Die Holzfiguren werden Franz Xaver Schmädl zugeschrieben (um 1760/70).

Anschließend fertigte Maximilian Gruber noch die weiß-gold gefasste Kanzel mit den Gesetzestafeln auf dem Schalldeckel, die bereits erste Empireformen zeigt (1785).

nach Wikipedia (06.09.2013)

Anfahrt: Egling, Staatsstraße 2052 (Hauptstr.) abbiegen in die Kirchstraße, dort Parkmöglichkeit.